15. Heimkinderfahrt 05.06.2010

     
 

Da haben wir ja was angerichtet! Oder anders gesagt: 14 Jahre Training machen sich doch bemerkbar. Ich glaube, dieses Jahr hat fast alles geklappt. Vom Wetter, bis hin zum Feuerwerk, war der ganze Tag ein organisatorisches Gedicht. Ich glaube, kaum einer wird mir böse sein, wenn ich beim diesjährigen Statement mal so richtig auf den Putz haue:

Diese Ausfahrt macht Geschichte!

 

Bevor ich jetzt weiter eimerweise Schleim verschütte und die Ausfahrt beweihräuchere, sollte ich vielleicht auch auf den Nachteil einer solchen gelungenen Jubiläumsfahrt hinweisen.  Wir, der Verein, die vielen Helfer und Unterstützer stehen nun im Zugzwang. Wie bei einem Popstar, bei dem man nach einem Nummer-1-Hit eine weitere so tolle Nummer erwartet, legt Ihr die Messlatte für 2011 vielleicht genauso hoch. Wir sollten Euch deshalb vielleicht jetzt noch einmal daran erinnern, dass dies eine lang geplante Jubiläumsausfahrt war, und eine solche umfangreiche und mit Highlights gespickte Ausfahrt, auch aus finanziellen Gründen, nicht jedes Jahr möglich ist. Deshalb schon von uns jetzt der Hinweis, dass die 16. Ausfahrt 2011 wieder etwas "gemütlicher" sein wird, wir uns aber trotzdem die größte Mühe geben werden, damit wieder alle Teilnehmer ihren Spaß haben werden...

Aber genug des Trübsalblasens. Lasst uns wieder über die gelungene Ausfahrt sprechen. Und da fangen wir auch gleich bei meinem Lieblingsthema, dem Wetter, an: Erstaunlicherweise gab es trotz schönstem Sommerwetter doch etliche "Kritik" betreffs der Temperaturen von um die 25° C. Ich glaube, ich sollte mich langsam daran gewöhnen, dass es ohne Gemecker nicht geht... Den Optimalzustand von 21 / 22°C, leichte Bewölkung, und kein Wind wird es laut Statistik sicherlich erst zur 50. HKF geben... Seht es einfach positiv: Das rumplanschen nach der Ausfahrt im Freizeitbad "Billy" hat doch sicherlich richtig Spaß gemacht, oder nicht...?

Übrigens noch ein Statement von eurem Reiseleiter an alle, die bei der Webumfrage mitgemacht haben, ob ich meine MZ waschen soll oder nicht: Auch wenn ich laut Umfrageergebnis die MZ waschen sollte: Ich hab sie natürlich nicht gewaschen, aber sie war trotzdem blitzblank sauber... Ich habe mich gekonnt aus der Affäre gezogen... Ach ja, da fällt mir ein, das ich unbedingt noch jemanden grüßen wollte: Hallo Szottie, man sieht sich...!
 

 
Irgendjemand hat mal gesagt: Schreib nicht soviel, das wird auf die Dauer langweilig, keiner will soviel Text lesen, komm einfach mit den Fakten rüber, und gut ist! Das Problem an der Sache ist, dass es einfach nur komisch aussieht, wenn zwischen den Bilderzeilen nur ein paar Zahlen stehen. Deshalb: Zähne zusammenbeißen und durch...:

Wie habe ich in den letzten Jahren geschrieben, immer wenn sich schlechtes Wetter angekündigt hat: Hoffentlich kommen genügend Biker, damit jedes Kind einen Platz bekommt. Nun hatten sich ja für dieses Jahr 430 Kinder angemeldet, also wieder knapp 40 Kinder mehr als 2009, die dann auch wirklich alle erschienen sind. Aber ich war mir das erste mal relativ sicher, dass wir genügend Sitzplätze zur Verfügung haben würden. Und ich sollte mich nicht täuschen... Keiner hatte aber damit gerechnet, dass dann tatsächlich 620 Motorradfahrer und -Innen erscheinen würden. Auch dies ist ein neuer Teilnehmerrekord, wobei ich an dieser Stelle vielleicht erwähnen sollte, dass wir damit wirklich an die Grenze des Machbaren angekommen sind. Und trotzdem freuen wir uns wie die Schneekönige, weil es beweist, dass wir mit unserer Idee und deren Umsetzung richtig liegen, und Ihr unser Engagement mit Eurem Engagement unterstützt. Und für dieses Vertrauen möchten wir uns an dieser Stelle ganz herzlich bedanken!
 

 
Ich bin am überlegen, unserem lieben Bürgermeister von Berggießhübel Hr. Thomas Mutze (selbst Mitfahrer und großer Unterstützer der Fahrt), einen behördlichen Antrag zu stellen (habe nach diesem Jahr und der Durchquerung von Dresden genügend Erfahrung mit Behörden sammeln dürfen), das Badgelände dem Platzbedarf unserer Veranstaltung anzupassen. Woher er die nötigen Mittel bekommt, ist erst mal wurscht... Hauptsache, wir können uns zur Begrüßung wieder mal alle in die Äuglein schauen, und müssen nicht mit Technik und langen Kabeln halb Berggießhübel beschallen, um alle Leute mit unseren Infos zu erreichen...

Jedenfalls scheint trotzdem die Begrüßung durch unseren Vereinssprecher Stefan, die Ansprache unseres Schirmherrn Landrats Geißler, und mein technischer Kauderwelsch zur Ausfahrt, bis an die letzten Ohren gedrungen zu sein, alldieweil sich alle Teilnehmer gleichen flotten Schrittes zu ihren Maschinen bewegten, um pünktlich 10.00 Uhr mit der 4 km langen Kolonne und 15 min Durchlaufzeit, zu starten. Nach anfänglich leichten Kommunikationsproblemen betreffs des Tempos der Kolonne, erreichten wir nach etwa 10 km unsere angestrebte Reisegeschwindigkeit, und konnten so relativ zeitnah unsere erste Etappe über Liebenau, Glashütte, Dipps. nach Paulsdorf an der Malter abschließen. Nach kurzem Beine vertreten, ging die Fahrt planmäßig weiter Richtung Dresden.

Langsam bekamen wir als Ordner weiche Knie, denn die Durchquerung Freitals und Dresden standen unmittelbar bevor. Lange geprobt, theoretisch durchgekaut, und mit der Polizei abgesprochen, ist das praktische Ergebnis meisten trotzdem ganz anders als alle graue Theorie. Aber warum mach ich mir eigentlich immer wieder Gedanken? All das Gelernte, und die Erfahrungen bei der Steuerung der Kolonne der letzen Jahre, spiegelte sich in dem perfekten Zusammenspiel zwischen den beteiligten Ordnern, Johannitern und der Polizeikradstaffel bei der Durchfahrt durch Dresden. So kam es, dass wir 8 min zu zeitig auf der Lingnerallee ankamen, wo völlig überraschte Mitglieder von MRM ihr Beine in die Hand nahmen, um eine reibungslose Einfahrt zu gewährleisten. Schließlich haben die Jungs einen Ruf zu verlieren...
 

 
Wie in den letzten drei Jahren hatte wieder jeder die Möglichkeit, sein individuelles Speiseprogramm mit drei Wahlessen (Erbseneintopf, Kartoffelsuppe, oder gar nichts von beiden) samt Getränk und Softeis zusammenzustellen, und nicht serviert  zu bekommen, sondern in einer teilweise sehr langen Warteschlange an der Essensausgabe abzuholen. Tut uns wirklich leid, dass es vielleicht auch mal etwas länger dauert, aber für persönliches Catering müssen wir noch etwas sparen (vielleicht zur 50. HKF zusammen mit dem optimalem Wetter). Nichtsdestotrotz hat sicherlich jeder sein Essen bekommen, und tröstete sich über die Wartezeit mit der Unterhaltung, die wir für Dresden geplant hatten. Während die Kinder Grüppchenweise zur Parkeisenbahn gingen, und eine 20 minütige Freifahrt genießen durften, wurden die "Zuhause" gebliebenen von "Music and Friends" aus Radeberg mit Livemusik unterhalten. Nach einem kleinen Ratespiel durch unseren Verein, trat dann Entertainer Torsten Pahl ins Rampenlicht und "verzauberte" die Anwesenden im wahrsten Sinne des Wortes.

Mit musikalischer Unterhaltung von "Music and Friends" baute sich der Riesenkonvoi zur Weiterfahrt auf, und machte die Strassen von Dresden zum zweiten Mal unsicher. Mit wunderbaren Blick auf die Altstadtsilhouette von Dresden ging die Fahrt über die Carolabrücke und durch Dresden-Neustadt weiter durch die Heide nach Radeberg. Auch bei dieser zweiten Bewährungsprobe der Ordner und Polizei / Johanniter lief wieder alles wie am Schnürchen. Frage: Kann man so etwas auszeichnen lassen...? Infos bitte an unseren Verein...
 

 
Schon vor der eigentlichen Ausfahrt am frühen Morgen, wo wir feststellen mussten, wie Berggießhübel mit Bikern "überrollt wurde, und auf dem Rastplatz in Paulsdorf an der Malter, wo man zum ersten Mal sehen konnte, was für eine gewaltige Menschen- und Techniktraube  das wirklich war, fragten wir uns ernsthaft, wie wir das alles zur Vesperpause auf dem relativ kleinen Betriebshof von Bus-Müller in Langenwolmsdorf unterbringen sollten. Je näher wir mit unserer Kolonne Stolpen und damit Langenwolmsdorf kamen, umso mehr zerbrach ich mir den Kopf, was wir machen sollten, wenn wir nicht alle auf das Gelände bekommen. Wir konnten doch nicht die Hauptstrasse für 1 Stunde blockieren... Aber wieder einmal habe ich mir den Kopf umsonst zermatert: Ich hatte die Rechnung ohne die Jungs von MRM gemacht. Mit einer Gelassenheit und mit viel Ruhe hatten sie in der Zwischenzeit ein Konzept erarbeitet, wie sie die Motorräder am Besten stapeln würden. Und was soll man sagen: Es hat wirklich funktioniert! Alle hatten Platz auf dem Hof. Man musste zwar mächtig gewaltig den Bauch einziehen, wenn man sich von der einen zur anderen Seite des Platzes durchschlängeln wollte, aber man kam durch...

Und schon wieder muss ich die Organisation der Veranstaltung und das Engagement der vielen freiwilligen Helfer loben. Mit viel "künstlerischer Freiheit" hatte das Sylvi-Team einen Kuchen - Getränke - Basar in eine der Werkhallen gezaubert, wo in kürzester Zeit alle Teilnehmer mit selbstgebackenen Kuchen der Kindereinrichtungen und vieler "Freizeitbäcker" versorgt werden konnte.
 

 
Und schon befanden wir uns auf dem letzten Teilstück der Ausfahrt, welches uns über Heeselicht, Lohmen, Pirna-Copitz und Pirna-Rottwerndorf zurück ins Freizeitbad "Billy" in Berggießhübel führte. Und hier hatten wir dann auch unsere erste wirklich größere Panne: Wir hatten den Zeitplan nicht eingehalten!!! Wir sind tatsächlich 1 Minute später als geplant im Bad eingetroffen (planmäßige Ankunft war 17.15 Uhr). Ich hoffe, Ihr könnt uns diesen fatalen Fehler verzeihen...

Auch im Bad war niemand untätig gewesen. Mit großem Ehrgeiz war man in der Zwischenzeit, während wir uns in der Weltgeschichte herumgetrieben haben, an die Vorbereitung der vielen Events, der Versorgung und der Unterhaltung für die Zurückkehrenden herangegangen. Und dieses Jahr haben wir nicht gekleckert sondern geklotzt! Ich hoffe, ich habe nichts vergessen: Eine riesige Tombola, Bogenschießen, 3 Wii-Station, Double Play, Kinder-Quad fahren, Basteln mit Mitdenken e.V., Hüpfburg, Schokokussschleuder, 5m-Fussballkicker, Geschicklichkeit mit THW, Lustige Luftballons mit Fr. Spiekermann und natürlich nicht zu vergessen: das gesamte Freizeitbad mit den 2 riesigen "Pools". Auch für ausreichend Verpflegung in Form von Gegrillten, Waffeln, Getränken jeglicher Art und Eis für die Kinder war wie immer gut gesorgt.

Für die Unterhaltung hatten wir dieses Jahr Relaxys (verantwortlich für die Stimmung der Leute) & Easy-Brothers (Live-Band) arrangiert. Und wir hatten wieder mal den richtigen Riecher gehabt. Das Konzept Stimmung und Unterhaltung hat wieder voll eingeschlagen. Bis spät in die Nacht (da war ich schon gar nicht mehr vor Ort) wurde gefeiert, getanzt und mitgesungen. Wir sind uns jedenfalls einig, dass wir die Jungs nächstes Jahr noch einmal herausfordern wollen. Nur dann vielleicht eine Tonlage leiser...

Einen Höhepunkt gab es noch, oder sollte es zumindest werden. Nämlich das Feuerwerk.  Nach der guten Erfahrung von 2005 haben wir es riskiert, und wieder Mirkos Feuerwerke engagiert. Und es war wieder ein Glücksgriff: Es muss nicht immer Masse sein! Ein kleiner Effekt hier, ein großer Effekt da, ein bisschen Show dort, und zwei "Riesenkugeln" zum Schluss, und die Begeisterung nimmt keine Ende. Nicht nur ich hatte etwas Gänsehaut bekommen... Das war wirklich ein krönender Abschluss eines wirklich gelungenen Tages, das denke ich zumindest...
 

 
Eine denkwürdige Ausfahrt! Keiner von uns hat im Vorfeld der Ausfahrt, bei der Ausarbeitung des Programms und der Streckenplanung daran denken können, das wir das alles so reibungslos über die Bühne bekommen würden. So nah am Optimum waren wir noch nie. Natürlich gab es auch dieses Jahr kleinere Problemchen, die aber nicht von großer Bedeutung gewesen, und deswegen vielleicht nicht aufgefallen sind. Es gab auch einen kleineren Zwischenfall in Freital, wo zwei Motorräder miteinander kollidiert, die Beteiligten aber alle wohlauf sind.  Auch solche, sicherlich für die Beteiligten eher unangenehme Zwischenfälle, können wieder passieren. DIE perfekte Ausfahrt gibt es sowieso nicht...

Bis jetzt (reichlich eine Woche nach der Ausfahrt), sind mehr als 70 Meinungen zur diesjährigen Ausfahrt im Gästebuch eingetragen wurden. Diese Einträge, die durchweg positiv ausfallen, bestärken uns in unserem Entschluss, auch weiterhin unser ganzes Engagement für die Heimkinderfahrt zu geben. Wir wissen auch heute noch, genau wie zur ersten Ausfahrt, warum wir uns diesen Stress antun! Es gibt nur einen einzigen Grund: Und das sind die Kinder, für die wir ehrenamtlich arbeiten, und sonst nichts!!!

 
Einen ganz besonderen Dank und schon lange überfällig ist ein ganz spezieller Gruß an MRM (Motorradrampe Müglitztal). Die Jungs und Mädels unterstützen uns nun schon viele Jahre schon weit vor dem Termin bei der Organisation und bei der eigentlichen Ausfahrt. Ich hoffe, Ihr seid noch lange dabei... Ein zweiter Gruß geht an Jens Hesse und sein Team von der Badgaststätte in Berggießhübel. Sie waren das erste Mal dabei und haben Ihren Einstand richtig gut hinbekommen. Weiter so!
Aber wie immer gilt natürlich, dass das alles nichts wäre, wenn nicht viele, viele weitere uneigennützig ihren Anteil an der Heimkinderfahrt einbringen würden. Ob das die Ordner und die Polizei sind, die Ehefrauen oder Freundinnen von Bikern, die den Rücksitz für ein Kind freimachen, und bei der Organisation im Bad helfen, die vielen, vielen Sponsoren, ob privat oder geschäftlich, oder die vielen Helfer, die von außerhalb unseres Vereins mit ihrer ganzen Tatkraft zum Gelingen der Ausfahrt beitragen. Ohne Euch wäre die Heimkinderfahrt nicht zu dem geworden, was sie heute ist. Danke!

Fazit des Tages:

Wir sind bereit für 2011!

Euer Reiseleiter Zett

Wie habt Ihr die Ausfahrt gesehen? Hinterlasst Eure Eindrücke und Meinung zur Ausfahrt 2010 ganz einfach im Gästebuch.

     


© Motorradfreunde "Beinhart" Pirna e.V.