23. Heimkinderfahrt 09.06.2018

Bericht von Maik Wussow

 

Nun ist es schon wieder einige Tage her, die HKF des Jahres 2018 ist Geschichte. Was waren wir wieder alle aufgeregt. Schließlich hatten sich ca. 530 Kinder aus über 50 Kindereinrichtungen angemeldet. Alle Vorbereitungen waren abgeschlossen, Events, Verpflegung usw. standen bereit. Die Strecke war fertig, auch wenn der derzeitige Straßenbau- bzw. Sanierungsboom uns bei der Planung schon einige Falten auf die Stirn zauberte. Aber mit tatkräftiger Hilfe der Behörden „umschifften“ wir auch diese Klippen erfolgreich. Und auch der Regen in Schmiedeberg hat uns nicht aufgehalten…

Fazit: Ein Regenschauer...? Na und!!!

Das Wochenende rückte näher und es sollte mal wieder ins Erzgebirge gehen. Ziel für die Pausen war das Gelände des Gießerei- Sportparks und Bauhofes in Schmiedeberg/Naundorf, denn auch in diesem Jahr war unser Plan, Mittags- und Kaffeepause wieder am selben Ort zu veranstalten.  Auf letztgenanntem Gelände machten wir schon mal zu einer früheren HKF einen kurzen Zwischenstopp. Daher war es für uns sehr erfreulich zu hören, dass das Gelände jetzt miteinander verbunden war, wir also zum Sportpark auch noch den Bauhof nutzen konnten und die ortsansässigen und zuständigen Behörden, Firmen und Vereine uns bei unserem Vorhaben unterstützen würden. Dafür unser herzlichstes Dankeschön. 

Freitags bereiteten wir das Bad wie gewohnt vor, und die Biker sowie die ersten Kindereinrichtungen reisten an. Alles nahm seinen gewohnten Gang und nach einem kurzen heftigen Regenguss konnten wir die schon traditionelle Vorführung des Filmes der letztjährigen HKF beginnen. Und auch schon traditionell klang der Abend danach zeitig aus. Schließlich mussten alle am kommenden Tag fit sein.

Die Wetterprognosen für den Sonnabend sagten so dies und das. Und zwar zu jeder Zeit auf jedem Radiosender und jeder Wetter-App. Kurz und gut, wir konnten das Wetter nicht beeinflussen. Aber am Morgen sah es doch erst mal ganz gut aus. Den tropischen Temperaturen und der Schwüle, welche hier schon eine Weile vorherrschte, konnten wir nichts abgewinnen. Wer möchte schon auf dem Motorrad schön langsam gebraten werden, egal ob Fahrer oder Sozius.

503 Kinder aus über 50 Kinderheimen waren da. Und die Zahl der ankommenden Biker nahm kein Ende. Es gab das übliche Gewusel am Einlass, der Helmausgabe und am Kaffeestand, wo man sich noch mal stärkte. Nach der Begrüßung durch den Verein und der Bekanntgabe des Programms und des Tagesablaufs stellte sich der Konvoi auf. Jedes Kind bekam einen mit Helium gefüllten Luftballon für „sein“ Motorrad. Diese wurden beim Start in den Himmel entlassen und der Konvoi aus 742 Bikes, Trikes, Quads und Begleitfahrzeugen setzte sich pünktlich um 10.00 Uhr in Bewegung, um die gut 145 km der in drei Etappen geplanten Osterzgebirgstour unter die Räder zu nehmen.

Die erste Etappe und die Ankunft in Schmiedeberg gestalteten sich aus unserer Sicht doch recht problemlos, mal abgesehen von der etwas unterdurchschnittlichen Geschwindigkeit, die durch größere Lücken am Start entstanden sind. Zwischenzeitlich waren auch in Schmiedeberg alle Vorbereitungen abgeschlossen. Leckere Verpflegung in Form von verschiedenen Kartoffelsuppen (natürlich von uns vorgekostet), frisch gebrühter Kaffee, Eis, Obst und Getränke warteten unter anderem ebenso auf die Ankunft wie der Biathlonverein mit seinem Stand, Street Soccer oder die Pocket-Biker, welche auch etwas von ihrem phantastischen Können zeigten. Kinder und Biker „stürmten“ die „Mainstreet“ mit all den Ständen und genossen sichtlich die Pause.

Wir Organisatoren beobachteten unterdessen den Himmel. Was braute sich da zusammen??? Und wenn ja, sind wir davon betroffen?? Die Wolken zogen mal hierhin mal dahin. Wetter-Apps wurden befragt. Unwetterwarnungen gab es. Oh Mann! Guter Rat war teuer. Schließlich tragen wir als Veranstalter der HKF auch die Verantwortung für alle. So wurde beschlossen, die zweite Etappe Richtung Frauenstein abzusagen, die Pause zu verlängern (schließlich war der Kuchen schon auf dem Weg) und die dritte Etappe dann zurückzufahren. Die Durchsage für die Teilnehmer war wie ein Dejavue. Wie vor drei Jahren. Auch damals brachen wir die Tour in Zinnwald mit der Begründung schlechtem Wetter ab. Allerdings war der tatsächliche Grund damals ein anderer… Damals ereignete sich ein tragischer Unfall, der sich zwischen Schmiedeberg und Kipsdorf ereignete und Norbert und Thomas, zwei Ordnern, das Leben kostete. Und ob es jemals wieder eine HKF geben würde, das stand damals in den Wolken. An diesem Ort wären wir in diesem Jahr wieder vorbeigekommen. Immer sind dort Blumen aufgestellt, und in jedem Jahr bekommen Norbert und Thomas seitdem dort ihre Armbänder und Plüschtiere. Und sicher wäre beim Vorbeifahren auch die eine oder andere Hand zum Gruß in die Richtung gehoben worden…

Die 3. Etappe wurde also kurzfristig komplett umgestellt und, es ging über Reinhardtsgrimma, Lungkwitz, Köttewitz und Cotta zurück nach Berggießhübel ins Billy-Bad. 5 Kilometer nach Start in Schmiedeberg waren die Strassen wieder trocken und wir kamen wohlbehalten in Berggießhübel an. Dort war vom Regen auch nichts zu sehen. Die Kinder tobten im Wasser oder beim Sumoringen. Die Tombola wurde gestürmt genauso wie die Grills. Schon traditionell sind das Bogenschießen, das Präventions- Team der Polizei und die Landesverkehrswacht. Das Treiben an der Schokokussschleuder müsste man eigentlich filmen. Zu komisch ist dort manches anzusehen…

Zum Abend dann gab es auch internationale Gäste: Die „Slowly Riders“, eine Band aus Finnland, gaben sich ein Stelldichein auf der Bühne bevor die Party-Piloten dann das Bad wieder im wahrsten Sinne des Wortes zum Kochen brachten. So ging es dann bis spät in die Nacht bei Musik, Tanz und Benzingesprächen. Man kennt sich ja schon seit vielen Jahren und wer neu dazukommt, der ist spätestens jetzt ganz mit dabei.

Wir sind der Meinung, es war eine gelungene HKF an die wir uns gern erinnern werden, trotz oder vielleicht gerade, weil auch diese abgebrochen werden musste. Allerdings nur wegen des Wetters, und es tat der allgemeinen Stimmung keinen Abbruch.

Hiermit möchten wir uns nun bis zum nächsten Jahr verabschieden. Nicht allerdings, ohne denen ein ganz großes Dankeschön auszusprechen, ohne die die Heimkinderfahrt niemals das geworden wäre, was sie jetzt ist. Unser Dank im Namen der Kinder und der Motorradfreunde Pirna geht an die Biker, welche als Ordner bei der Absicherung der Strecke, auf den Parkplätzen und innerhalb der Kolonne für einen reibungslosen Ablauf sorgen. Unser Dank geht an all die Helfer, welche uns oftmals schon seit Jahren bei den ganzen Events, beim Ausschenken der Getränke, an der Tombola oder einfach beim Auf- und Abbau selbiger helfen. Ein Dank an die Betreiber der Gulaschkanonen und an die Kaffeefee für die Sicherstellung der Verpflegung. Wir danken den Behörden und der Polizei für ihre Unterstützung sowie den Firmen und Vereinen, welche uns ihr Gelände zur Durchführung der HKF zur Verfügung stellen. Wir danken allen Sponsoren für ihre Gaben. Nicht zuletzt geht unser Dank an alle Biker aus Nah und Fern, welche nach Berggießhübel kommen, um den Kindern, die es nicht so gut im Leben trafen, mit uns gemeinsam diesen Tag zu einem unvergesslichen Tag werden zu lassen. 

Ich persönlich danke meinen Vereinsmitgliedern, welche alle gemeinsam dies erst möglich machten und einen großen Teil ihrer Freizeit, Geld, Benzin und manches Mal auch Nerven in diese Veranstaltung investieren.

Wir danken Euch, und bis zum nächsten Jahr!

Euer Maik

 

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